Lesestoff - Artikel: Auf ein Wort ...                                                                                                           

Beschleunigung

 

Beschleunigung des sozialen Wandels des Erlebens des Alltags lässt sich damit definieren als

Steigerung der Verfallsraten von
. handlungsorientierenden Erfahrungen und Erwartungen – Erfahrungen und Erwartungen werden in kürzester Zeit von Neuen überholt oder getilgt

· als Verkürzung der als Gegenwart zu bestimmenden Zeiträume.

Es ist ein Prozess der "Erlebnisverdichtung". Die Beschleunigung unseres Lebenstempos zeichnet sich demnach dadurch aus, dass die "Erlebnisepisoden pro Zeiteinheit" ständig zunehmen.

Dies hat nicht nur grundlegende Auswirkungen auf das Individuum, welches durch diese Entwicklung gnadenlos überfordert wird (man sieht hier einen Zusammenhang zwischen Beschleunigung und zunehmenden Depressionserkrankungen), sondern auch auf die Institutionen unserer Gesellschaft (Politik oder Versicherung), die den Beschleunigungskräften der Moderne nicht mehr widerstehen können und somit zu "Beschleunigungshemmnissen" werden, die drohen, ein Opfer dieses Prozesses zu werden.

 

Komplex und schnell und müde und traurig

 

Wenn die Zwillinge Leistung und Hedonismus erklärte und gratifizierte Werte sind, wobei der Hedonismus auch geleistet werden muss, dem Motto „Alles ist möglich“ folgend, kann es nur zu einer Ermüdungsgesellschaft kommen. Denn hier fallen Freiheit und Zwang zusammen, alles zu können und zu müssen. Auch der Zwang zur Freiheit und der Individualität ist eine Falle. In einem komplexen Leben alles gleich und jetzt mitnehmen, erleben, haben wollen, im Multitasking funktionieren. Auf diese Weise haben wird das Kontemplative im Leben verpasst, die wertvollen meditativen Momente. Die Aufmerksamkeit verflacht, die Steuerung versagt, des sich mit Einem beschäftigen oder den Mitmenschen fühlen.

 

Komplexität und Beschleunigung sind die Zeichen der momentanen Zeit. Und dann geht es nicht mehr. Es folgt Burnout oder Depression – beide haben die gleichen Symptome, nur klingt Burnout verzeihlicher als Depression, die den Patienten als schwach stigmatisiert.

 

Die Beschleunigung der Veränderungen und Zunahme von Möglichkeiten der Lebensgestaltungen mit dem Zwang des Mitmachens und Mitnehmens lässt nicht Glück, sondern das „Nicht-mehr-Können“ und das „Nicht-mehr-Mithalten“ erleben. Das macht depressiv und das erschöpft.

 

Fügen wir dem noch die Ängste durch Währungs- und Finanzkrisen, den Folgen des Klimawandels, der Unsicherheiten des persönlichen Wohlstandes, des Arbeitsplatzes und der Möglichkeit einer Altersarmut hinzu, dann ist es verständlich, dass die meisten Menschen in Resignation oder Depression verfallen.

 

Damit nicht genug: Da ist eine tiefe Verunsicherung und ein tiefer Vertrauensverlust in die Handlungen der Politik und der Unternehmen (Es gibt nur 700 vernetzte Unternehmen, die diese Welt steuern).

 

Die nicht wahrgenommene oder verdrängte Traurigkeit der Hilflosigkeit äußert sich über den Körper als Autoaggression, psychischer Implosion oder entlädt sich als Aggression. Die Sehnsucht nach einer Lösung oder zukunftsweisenden Antworten wird enttäuscht. Denn noch steuert der persönliche, nationale, unternehmerische Egoismus das Geschehen. Doch keiner hat jemals eine solche kollektive Erschütterung erlebt und könnte rückblickend sagen, was zu tun oder lassen wäre.

 

Tief im Inneren erahnen wir, dass es nicht um eine Währung oder einen Arbeitsplatz geht. Es geht um die Art und Weise wie wir leben oder gelebt werden. Es geht nicht um mehr Wachstum und mehr Fortschritt und Erhöhung des Umsatzes. Es geht um die Qualität des Lebens und unserer Beziehungen – aller Beziehungen.

 
Intention, Grundbedürfnisse und das Gehirn

 

Die zwei Intentionen des Menschen sind

 · Verbundenheit

Als Verbundenheit wird in der Psychologie der Kommunikation das Gefühl bezeichnet, einer anderen Person oder einer Personengruppe zugehörig zu sein (Kommune, Land, Verein, soziale Netzwerke) und in einer gegenseitig vertrauensvollen Beziehung zu stehen. Dazu hat jede Kultur Rituale gebildet. (Das Maß der Bindung und der Verpflichtung ist bei einer Partnerschaft höher als bei einer Liebesbeziehung. In der Therapie eine sehr bedeutendes Phänomen.) Verbundenheit ist eine der wichtigsten, ersten Erfahrungen des Embryos.

· Freiheit

Freiheit beinhaltet Autorität, Kompetenz, Autonomie und die Freiheit, dass der Mensch nicht tun muss, was er nicht will. Nicht, dass er tun kann, was er will!

 

Die drei Grundbedürfnisse der Psyche (oder Seele) sind

· Geborgenheit durch verbunden sein, anerkannt sein, gewürdigt sein, geliebt sein …

· Sicherheit durch wahren der Unversehrtheit, Schutz, Anteilnahme anderer …

· Kontrolle über das eigene Leben, das Fühlen und das Denken und das Handeln und

  Kontrolle über Sicherheit und Geborgenheit

 

Die drei Tendenzen des Gehirns sind

· Verbundenheit

· Neugier

· Effizienz

· Ruhe

Verbundenheit ist der Grundmechanismus. Schon als Embryo ist das entstehende Gehirn mit der Mutter verbunden. Später wird es durch Beziehungsbildung und Kommunikation die Verbundenheit mit anderen verbessern (nicht immer erfolgreich). Das Gehirn mit 2 Prozent des Gesamtgewichtes des Menschen verbraucht bis zu 30 Prozent der Energie. Ein richtiger Energiefresser! Das weiß auch das Gehirn und versucht mit einem „inneren Anspruch“ seine (deine) Tätigkeiten besser, schneller und effizienter zu erledigen. Gleich-zeitig ist es hungrig nach Neuem, es ist neugierig.
 

Auf der anderen Seite sucht das Gehirn nach bequemen und ökonomischen Situationen des Nichtstuns und Abkürzungen, um die Tätigkeiten weniger auszuführen und Ruhe zu haben. Der Mensch ist eine Denkmaschine und Meditationsmaschine gleichzeitig.

 

Was verhindert Verbundenheit, wo sie doch so wichtig erscheint?  Das EGO verhindert Ver-bundenheit, es bildet Gedanken der Trennung. Um sich verbunden zu fühlen, kannst du Trennendes beseitigen. Trennendes beginnt immer im Innen, im Kopf. Denn schaust du nach Außen auf andere Personen, blickst du in Wirklichkeit nur nach Innen. Das ergibt sich aus der Funktionsweise von Gehirn und Wahrnehmung.

 

Bist du also in Konflikt mit deinem Außen, kannst du nur nach Innen gehen, die dem Kon-flikt zugehörigen neuronalen Abspeicherungen finden und verändern. Durch Refraiming beispielsweise, durch Demut, durch Hingabe, durch Einsicht. Dann entsteht Verbundenheit.

 
Wie entsteht Wahrnehmung, was eigentlich (! J) Wahrgebung ist?

 

Äußere Situationen, deine Umgebung, Bäume, Tiere, Häuser, Mutter, Vater, Schwiegermutter, Partner, Partnerin, Kindern, Oma, Opa, Verwandte, Bekannte, Freunde, Kollegen, Vorgesetzte senden Signale aus. Diese Signale nimmst du mit deinen Sinnesorganen auf.

Sie aktivieren selbstähnliche Lebenserfahrungen im Unterbewusstsein, die als innere Bilder in neuronalen Netzwerken des Gehirns gespeichert sind. Anschließend projizierst du über Mechanismen der Wahrnehmung dein Innen auf oder in die jeweilige Person oder Situation.

Beziehungskonflikte, Beziehungsstress usw. haben ihre Ursache in diesen Wirkmechanismen.

 

Weil kaum ein Mensch diesen Mechanismus kennt oder durchschaut oder verändert und viele Menschen ungelöste Konflikte, Verletzungen, Abweisungen, Übergriffe, Sehnsüchte, aber auch ekstatische Momente aus der Vergangenheit mit sich herum schleppen, muss Projektion nahezu zwangsläufig Konflikt im Außen hervorrufen. Wer in Konflikt ist, kann sich nicht verbunden fühlen.

Da diese Zusammenhänge kaum bekannt sind und nur unzureichend miteinander kommuniziert wird, entstehen Konflikt, Kampf, Schmerz und über die Genregulation Krankheit. Genregulation? Ja, die Gene reagieren auf negatives Denken, negative Emotionen und bildhafte Vorstellungen mit Zusammenziehen oder Ausdehnen.

 

Ein bemerkenswertes Experiment, doch erleben wir das selbst ständig

 

Dieses Experiment wurde durch das Institute of Heart Math (USA) durchgeführt. Es wurden einige menschliche Plazenta-DNAs (die reinste Form von DNA) in einen Container gebracht, in dem man die Veränderungen in den DNA messen konnte. Achtundzwanzig Glasbehälter (jeweils einer) wurden an 28 ausgebildete Forscher verteilt. Jeder Forscher war trainiert, wie man Gefühle hervorbringen kann und solche auch erfühlt. Und sie hatten starke Emotionen.


Was entdeckt wurde: die DNA veränderte ihre Form entsprechend den Gefühlen des Forschers.

1. Wenn der Forscher Dankbarkeit, Demut, Liebe und Anerkennung fühlte, beantwortete das die DNA mit Ausdehnung. Die Strings öffneten sich. Die DNA–Strings wurden länger.

2. Wenn die Forscher Ärger, Angst, Frust oder Stress fühlten, dann reagierte die DNA mit Zusammenziehung. Sie wurde kürzer und schaltete viele ihrer Codes ab!


Wenn man je erlebt hat, wie negative Gefühle einen ‚abschalten’ können, dann weiß man jetzt, warum auch der Körper sich ‚ausschalten’ kann. Das ‚Abschalten’ der DNA –Codes wurde beendet und die Codes wurden wieder eingeschaltet, wenn Gefühle von Liebe, Freude, Dankbarkeit und Anerkennung von den Forschern wieder erlebt wurden.